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Pressemitteilungen

Prüfauftrag zur Einführung der Meisterpflicht ist richtiger Schritt

FG Bau fordert Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk / Meistertitel steht für Verbraucherschutz, Qualität, nachhaltiges Unternehmertum und Nachwuchssicherung

Berlin, 05.03.2018. Der im Koalitionsvertrag festgeschriebene Prüfauftrag zur Wiedereinführung des Meisterbriefs für einzelne Berufsbilder ist ein wichtiger Schritt. Die Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk wieder zu etablieren, ist eine langjährige Kernforderung des Bauverbandes. Nur ein Fliesenlegermeister ist in der Lage, höchste fachliche Leistung zu erbringen und dringend benötigten Nachwuchs auszubilden.

„Der Prüfauftrag muss von der neuen Bundesregierung möglichst zügig umgesetzt werden, um Verbraucherschutz und prosperierendes Unternehmertum, das Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft, zu ermöglichen“, appelliert Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. „Denn die Folgen der Deregulierung aus den Jahren 2003/2004 sind für das Fliesenlegergewerk gravierend! Das Bemühen des Gesetzgebers um Gründertum um jeden Preis war eine falsche Anreizsetzung, die den Pfusch am Bau gefördert hat und ein traditionelles Handwerk ein Stück weit in Verruf gebracht hat“, so Dr. Schreiner.

Die Meisterpflicht im Fliesenlegergewerk ist 2004 im Zuge der Novellierung der Handwerksordnung entfallen. Zwar fand der gewollte Gründungsboom statt – in Berlin hat sich die Anzahl der eingetragenen Fliesenlegerbetriebe seither verzehnfacht –, die Anzahl der sozialversicherungspflichten Beschäftigungs- sowie Ausbildungsverhältnisse hingegen ist eingebrochen. „Der Meisterbrief im Handwerk ist gelebter Ver-braucherschutz! Durch den Wegfall der Meisterpflicht im Fliesenlegergewerk ist es zu einem enormen Qualitäts- und Preisverfall der handwerklichen Leistungen gekommen. Aus unserer Sicht ist es allerhöchste Zeit, den Verbrauchern wieder Sicherheit bei der Beauftragung von Betrieben zu geben“, erklärt Dr. Manja Schreiner.
 
Die Hauptgeschäftsführerin des Bauverbands weiter: „Mittlerweile sind 90 Prozent der Betriebe Ein-Mann-Unternehmen. Nicht selten als Scheinselbstständige bilden sie ein Einfallstor für Illegalität am Bau.“ Kaum einer der zu Einzelunternehmern geschrumpften Betriebe kann ausbilden. Insgesamt werden 50 Prozent weniger Lehrlinge ausgebildet, die Zahl der Meisterschüler ging seit 2004 sogar um rund 80 Prozent zurück. Ohne Meister können keine jungen Menschen mehr ausgebildet werden, Kenntnisse und Fertigkeiten gehen verloren. „Hält diese Entwicklung weiter an, haben wir bald kaum noch gelernte Fliesenleger, ein Traditionshandwerk stirbt aus.“


Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Mit ihren rund 900 Mitgliedern ist sie der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region.


Pressekontakt:
Claudia Kintscher (Pressesprecherin)
Tel.: 030 / 86 00 04-19, Mobil: 0174 / 90 99 310
E-Mail: kintscherfg-baude